Stadtgeschichte, Leben, SerienDonnerstag, 10. März 2011, 20:10 Uhr· von: CB

Der Traum vom Osten

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Direkt neben dem DDR-Museum befindet sich die neue Domklause, ein Restaurant im Stil der damaligen Zeit. Die alte Domklause war von 1979 bis 1992 ein Restaurant mit deftiger deutscher Küche im Berliner Palasthotel, dem exklusivsten Hotel der DDR. In unmittelbarer Nähe zum Palast der Republik, residierten damals Staatsgäste und Besucher aus dem Westen. Das  Restaurant war aber auch DDR-Bürgern zugänglich und wurden insbesondere für Feierlichkeiten gerne genutzt.

Am gleichen Ort, jedoch in einem neuen Gebäude, serviert die Domklause heute unbekannte und in Vergessenheit geratene Speisen aus dem anderen Deutschland: Geschichte zum Genießen! Für das authentische Geschmackserlebnis sorgt Chefkoch Hans-Jürgen Leucht, der schon in der ersten Domklause „Sous-Chef“ war.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch das Ambiente. Wer gediegene 70er-Jahre-Atmosphäre erwartet, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Die weißen und grauen Möbel der neuen Domklause sehen schon sehr neuzeitlich aus. Einzig das Wandbild „Lob des Kommunismus“ erinnert an die damalige Zeit. Das Gemälde, 1969/70 im Amt für Statistik am Alexanderplatz auf Putz gemalt, sollte zusammen mit dem Gebäude abgerissen werden. In einer aufwändigen Aktion wurde es vor der Abrissbirne gerettet und in die neue Domklause verfrachtet. Ein Team aus sechs Restauratoren, unter Leitung von Diplom-Restauratorin Dorothee Schmidt-Breitung, hat wochenlang daran gearbeitet, um das Gemälde in seine ursprüngliche Form zu bringen. Jedenfalls bietet die kürzlich wiedereröffnete Domklause ein kulinarisches Erlebnis, und das ganz ohne Retrokitsch.

Wo: Karl-Liebknechts-Str. 1 in Berlin-Mitte, direkt neben dem DDR-Museum.



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